Sonntag, 11. Januar 2015
Auch die Slowakei zeigt sich solidarisch
Auch die Slowakei zeigt sich mit Frankreich solidarisch. Seit dem 7. Januar berichten so ziemlich alle Medien über die Angriffe auf die Pariser Zeitung. Der slowakische Präsident, wie auch der Premierminister, hatten aufs schärfste die Gräueltaten verurteilt. Auch in der breiten Bevölkerung herrscht große Trauer und Sympathie mit den Opfern.
Schnell wendete sich jedoch die Diskussion über die Einzeltat zu der Debatte über Multikulturalismus in Europa. Das Fazit scheint, zumindest nach der herrschenden öffentlichen Meinung, sofort getroffen zu sein. Die europäischen Bemühungen um Multikulturalismus sind gescheitert. So das Fazit eines Landes in dem kaum ein Prozent der Bevölkerung muslimisch ist. … Nun ja die konservative Neigung der slowakischen Bevölkerung prägte das Land seit Jahrhunderten. Im Laufe des 20. Jahrhundert dezimierte die Slowakei ihre jüdische und deutsche Minderheit auf ein Minimum. In den 90er Jahren stand die magyarische Bevölkerung auf der Abschussliste, und nur die Bemühungen des Landes einen Anschluss an Westeuropa zwangen dies zu einem vernünftigen Dialog. Zuletzt steht die Slowakei wegen der Lage der Roma-Bevölkerung unter Kritik. Soviel zu dieser „Tradition“…
Deshalb obwohl in dem Land nur einzelne Muslime leben, verbreiten sich an sozialen Netzwerken starke anti-muslimische Töne. Dennoch präsentieren sich für mich überraschend Beiträge der jüngeren slowakischen Generation aus dem deutschsprachigen oder englischsprachigen Ausland, wohin viele Slowaken seit 2004, bzw. 2011 mit der Hoffnung auf ein besseres Leben gezogen sind. Fast blind fordern sie eine viel striktere Einwanderungspolitik. Nun nach den letzten Debatten in Großbritannien oder Deutschland, könnte es durchaus zu der Verschärfung von Einwanderungsgesetzten kommen. Doch hört man diesen Debatten genauer zu, sind nicht nur Muslime den britischen oder deutschen Befürwortern strengerer Einwanderungspolitik ein Dorn im Auge…. Wie überrascht würden deshalb die jungen osteuropäischen Slowaken sein, wenn sie selber plötzlich aufgefordert würden das "Abendland" zu verlassen.